Karneval

Alle Jahre wieder, wenn die Welt am Rhein Kopf steht, nichts mehr seinen normalen Gang geht und die Narren durch die Straßen und Kneipen schaukeln, ist es wieder so weit - Es ist Karneval! Das Spektakel geht von der Weiberfastnacht bis zum Aschermittwoch und wird im Rheinland mit Umzügen und Festen, frei nach dem Motto „Narrheit gibt Freiheit" gebührend gefeiert.

Fakten

  • Insgesamt mehr als 30 Millionen Liter Bier – 150 Millionen Gläser – werden in der fünften Jahreszeit getrunken.

  • 700.000 Schokotafeln werden im Kölner Rosenmontagszug geworfen. Wir sind von einer Milka-Länge von 17 cm ausgegangen. Alle Täfelchen aneinander gelegt ergäben dann eine Länge von 119 Kilometer.

  • 300 Tonnen Süßigkeiten werden am Rosenmontag unters närrische Volk gebracht. Würden alle Schokotäfelchen, Popcorntüten, Kaubonbons oder Kamelle gleichzeitig beim Festkomitee angeliefert, bräuchte man dafür zwölf schwere 40-Tonner.

Was passiert Karneval?

Besonders im Rheinland wird die Faschingszeit ausgiebig gefeiert. Wochenlang bereiten sich Karnevalsvereine und Tanzgruppen darauf vor. Da sich die Karnevalszeit mittlerweile über mehrere Wochen/Monate zieht, spricht man sogar manchmal von der „fünften Jahreszeit“. Diese beginnt in den meisten Regionen am 11.11. um 11:11 Uhr und geht bis Aschermittwoch.

Mit der Weiberfastnacht beginnt das wilde Treiben. Die Menschen verkleiden sich und feiern in den Bars und auf der Strasse. Im Rheinland gilt dieser Tag sogar als inoffizieller Feiertag. An diesem Tag ist es Tradition, dass die Frauen den Männern die Krawatten abschneiden. Als Entschädigung gibt es dafür ein kleines Bützchen (Küsschen) von den Frauen. Eine weitere Tradition an diesem Tag ist die Stürmung des Rathauses. Die Frauen „entmachten“ den Bürgermeister und übernehmen die Herrschaft – natürlich nur rein symbolisch.

Der Rosenmontag fällt immer auf den Montag vor dem Aschermittwoch, 48 Tage vor dem Ostersonntag und gilt als Höhepunkt der Karnevalszeit. Kilometerlange Rosenmontagsumzüge mit aufwendig geschmückten Wagen, Tanzgruppen und Karnevalsgesellschaften ziehen durch die Straßen und werfen Kamelle in die Zuschauermenge. Kamelle werden die Süßigkeiten genannt. Das Wort kommt eigentlich von „Karamelle“ – also den klassischen Bonbons aus karamellisiertem Zucker. Ein Grund für die großzügige Verteilung der Süßigkeiten ist wahrscheinlich die bevorstehende Fastenzeit, wo diese Leckereien ja eigentlich nicht erlaubt sind.

Am Faschingsdienstag (auch Veilchendienstag genannt) wird noch einmal ausgelassen gefeiert, denn dies ist der letzte Tag vor Beginn der Fastenzeit – welche heute allerdings nicht mehr so streng genommen wird wie früher. Die Rheinländer haben noch eine ganz besondere Tradition: die Nubbelverbrennung. Während der Karnevalszeit hängt über vielen Kneipen der so genannte Nubbel - eine menschengroße angekleidete Puppe aus Stroh. Diese ist eine Art Sündenbock. Das heißt, dass die Puppe für alle Sünden und Streiche der Rheinländer während der Faschingszeit herhalten muss. Mit der feierlichen Verbrennung der Puppe um Mitternacht sollen diese dann „verziehen“ werden.

Am Aschermittwoch geht die Faschingszeit zu Ende und es beginnt die Fastenzeit. Diese dauert 46 Kalendertage (wobei an den Sonntagen nicht gefastet wird). Die Fastenzeit soll die Menschen an die 40 Tage erinnern, an denen Jesus betend und fastend in der Wüste verbrachte.